Urs Fitze

Die atomare Welt spaltet sich. Während Newcomer wie China in rasantem Tempo neue Atomkraftwerke bauen, überaltert der übrige Kraftwerkpark. Das Durchschnittsalter erreicht inzwischen 29,3 Jahre. 72 der 403 in Betrieb stehenden Atommeiler sind mindestens 40 Jahre alt. Derweil erreicht der Ausbau von Wind- und Sonnenenergienutzung neue Rekordwerte. Das zeigt die aktuelle Ausgabe des «World Nuclear Industry Status Report».

Während die neun Atommächte dieser Welt und ihre Adlaten noch nicht einmal daran denken, auf ihre Atomwaffen zu verzichten, machen es die atomaren Habenichtse vor: Sie einigten sich im Rahmen einer UNO-Konferenz auf ein totales Verbot. Auch wenn dieses Abkommen kaum mehr als symbolischen Charakter hat: Ein erster, wichtiger Schritt ist getan.

Mit der Unterzeichnung des Vertrages zur Finanzierung des Kernenergieausstiegs in Deutschland ändert sich die Verantwortlichkeit. Sie geht von den Betreibern auf den Staat über. Dafür zahlen diese 24,1 Milliarden Euro in einen Staatsfonds. Die als Ablasshandel kritisierte Vereinbarung ist sinnvoll. Denn das Modell einer von der Privatwirtschaft verantworteten Endlagerung ist untragbar. Es gehört in staatliche Hand.